B2B-SaaS-Landingpage: Aufbau und Informationsstruktur für komplexe Softwareangebote
Produktbeschreibung, Feature-Listen, Screenshots, Integrationsinformationen, Security-Unterlagen, Anwendungsfälle und Referenzen liegen bereits vor. Trotzdem ergibt sich daraus noch kein schlüssiger Aufbau für eine B2B-SaaS-Landingpage.
Denn nicht die Menge der vorhandenen Informationen entscheidet über die Qualität der Seite, sondern ihre Auswahl, Gewichtung und Reihenfolge.
Bei erklärungsbedürftiger B2B-Software müssen potenzielle Kunden zunächst erkennen, ob die Lösung für ihre Aufgabe relevant ist. Mit zunehmender Prüfung werden Anwendung, technische Passung, Integrationen, Implementierung, Sicherheit und belastbare Nachweise wichtiger.
Die zentrale Frage lautet deshalb: Welche Informationen benötigen potenzielle Kunden an welcher Stelle, um das Softwareangebot sinnvoll einordnen und weiter bewerten zu können?
Genau daraus entsteht die Informationsarchitektur der Landingpage.
Sechs Informationsaufgaben einer B2B-SaaS-Landingpage
Bei komplexer B2B-Software folgt die Seitenstruktur den Fragen, die potenzielle Kunden im Verlauf ihrer Bewertung klären müssen.
Hero, Produktdarstellungen, Funktionen, Anwendungsfälle, Integrationen, Nachweise und CTAs erhalten ihre Funktion daraus, welche Information sie vermitteln und welchen nächsten Bewertungsschritt sie vorbereiten.
Dafür lassen sich sechs zentrale Informationsaufgaben unterscheiden:
Relevanz → Verständnis → Nutzen → Eignung → Vertrauen → nächster Schritt
Gewichtung und Reihenfolge hängen von Software, Einstiegssituation und Entscheidungsprozess ab. Bei integrationsintensiven Lösungen können Schnittstellen früh eine wichtige Rolle spielen. Bei Anwendungen mit hohen Anforderungen an Sicherheit oder Datenschutz erhalten entsprechende Informationen und Nachweise eine höhere Gewichtung.
RELEVANZ:
Ist diese Lösung für unsere Situation gedacht?
Am Anfang steht die Einordnung des Angebots.
Potenzielle Kunden müssen erkennen können, für welche Unternehmen, Aufgabenstellungen, Prozesse oder Einsatzbereiche die Software entwickelt wurde und welche Ausgangssituation sie adressiert.
Nutzenversprechen wie höhere Effizienz, kürzere Bearbeitungszeiten oder bessere Entscheidungsgrundlagen werden aussagekräftig, wenn sie mit dem Anwendungskontext verbunden werden.
Eine Aussage wie „Prozesse automatisieren“ wird beispielsweise greifbar, wenn erkennbar wird, welche wiederkehrenden Arbeitsschritte automatisiert werden, welche Rollen beteiligt sind und wie sich der Ablauf verändert.
VERSTÄNDNIS:
Was tut die Software und wie wird sie eingesetzt?
Technische Funktionen werden verständlich, wenn ihr Einsatz im Arbeits- oder Geschäftsprozess erkennbar wird.
Eine Workflow-Funktion erhält ihre Bedeutung durch den Arbeitsschritt, den sie unterstützt oder automatisiert. Eine Schnittstelle wird über die Systeme, Daten oder Prozessschritte eingeordnet, die sie miteinander verbindet.
Produktdarstellungen, Screenshots, Funktionen und Anwendungsfälle zeigen, wie die Software eingesetzt wird und welche Rolle einzelne Leistungsmerkmale im Prozess übernehmen.
NUTZEN:
Was verändert sich fachlich, operativ oder wirtschaftlich?
Der Nutzen einer Software zeigt sich in den Veränderungen, die ihr Einsatz bewirkt.
Effizienz, Produktivität, Skalierbarkeit oder bessere Entscheidungsgrundlagen werden deutlich, wenn sichtbar wird, welche Abläufe, Verantwortlichkeiten, Bearbeitungszeiten oder Ressourcen sich verändern.
Die Argumentation verbindet dafür Funktion, Anwendung, Prozesswirkung und geschäftliche Bedeutung:
Funktion → Anwendung → Prozesswirkung → geschäftliche Bedeutung
So lässt sich eine Produkteigenschaft in ihren fachlichen oder geschäftlichen Zusammenhang einordnen.
EIGNUNG:
Passt die Lösung zu Anforderungen und Rahmenbedingungen?
Nach Anwendung und Nutzen rücken die fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen in den Vordergrund.
Je nach Angebot spielen dabei unterschiedliche Kriterien eine Rolle:
- Integrationen und Schnittstellen
- Technologische Voraussetzungen
- Sicherheit und Datenschutz
- Implementierung
- Betrieb und Hosting
- Support
- Skalierbarkeit
- Leistungs- und Lizenzmodell
Welche dieser Aspekte direkt auf der Landingpage erscheinen, richtet sich danach, welche Informationen für die weitere Bewertung des Angebots benötigt werden.
VERTRAUEN:
Wodurch werden zentrale Aussagen belegt?
Mit zunehmender Vertiefung gewinnt die Belegbarkeit zentraler Aussagen an Bedeutung.
Leistung, Integrationsfähigkeit, Sicherheit, Projekterfahrung oder Implementierungsqualität werden durch passende Nachweise ergänzt.
Dazu gehören je nach Angebot:
- Case Studies
- Kundenreferenzen
- Dokumentierte Integrationen
- Technologiepartnerschaften
- Zertifizierungen
- Security-Informationen
- Leistungsdaten
- Projektergebnisse
Nachweise werden dort eingebunden, wo sie eine Aussage am besten stützen.
Die Grundlogik lautet:
Aussage → passender Beleg
NÄCHSTER SCHRITT:
Welche weitere Information oder Handlung ist jetzt sinnvoll?
Der nächste Schritt richtet sich nach dem Informationsstand potenzieller Kunden.
Produktdetails, Anwendungsfälle, Integrationsinformationen, technische Dokumentation, Case Studies oder Produktdemos können die weitere Bewertung vertiefen. Ist das Angebot ausreichend eingeordnet, kann die Seite zu einer Demo, Beratung oder konkreten Anfrage führen.
Die Nutzerführung verbindet damit vertiefende Informationen mit dem jeweils passenden nächsten Schritt.
So entwickeln Sie den Aufbau Ihrer B2B-SaaS-Landingpage
Aus den sechs Informationsaufgaben entsteht die konkrete Seitenstruktur in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Ausgangspunkt sind Aufgabe, Einstiegssituation und vorhandene Inhalte. Daraus werden Argumentation, Detailtiefe und Reihenfolge der Seitenelemente entwickelt.
Schritt 1: Aufgabe und Angebot festlegen
Bestimmen Sie zunächst, welches Angebot die Landingpage konkret vermittelt und welche Funktion sie innerhalb des Informations- und Entscheidungsprozesses übernimmt.
Das kann beispielsweise sein:
- Ein einzelnes SaaS-Produkt
- Eine bestimmte Softwarelösung
- Ein Modul
- Ein klar abgegrenzter Anwendungsfall
- Ein Angebot für eine bestimmte Branche
- Eine Lösung für eine konkrete Unternehmenssituation
Legen Sie zugleich fest, ob die Seite einen ersten Zugang zum Angebot schafft, einen Anwendungsfall vertieft oder Interessenten aus einer Kampagne zu einer konkreten Lösung führt.
Damit steht fest, welche Themen im Mittelpunkt stehen und welche Fragen die Landingpage beantworten muss.
Schritt 2: Einstiegssituation und Entscheidungsrollen einordnen
Prüfen Sie, mit welchem Vorwissen potenzielle Kunden auf die Landingpage gelangen und welche Personen an der weiteren Bewertung beteiligt sind.
Mögliche Einstiege sind:
- Eine Kampagne zu einer klar beschriebenen Aufgabenstellung
- Eine Anzeige zu einem bestimmten Anwendungsfall
- Die Navigation innerhalb einer größeren Softwarewebsite
- Ein Fachartikel oder Whitepaper
- Eine direkte Produktsuche
Die Einstiegssituation bestimmt, welche Grundlagen die Seite zunächst vermitteln muss. Besucher aus einer Kampagne kennen möglicherweise bereits eine konkrete Aufgabenstellung. Auf einer zentralen Produktseite kann dagegen eine breitere Einordnung erforderlich sein.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Informationsbedürfnisse nach Rolle. Geschäftsführung betrachtet geschäftliche Relevanz und Ressourcen, Fachbereiche Anwendung und Prozesswirkung, IT technische Voraussetzungen, Integrationen und Sicherheit. Einkauf richtet den Blick auf Leistungsumfang, Konditionen und Vergleichbarkeit, während Anwender konkrete Nutzungssituationen und Abläufe einordnen möchten.
Für die Seitenkonzeption ist deshalb entscheidend, welche dieser Perspektiven besonders relevant sind und welche Fragen direkt auf der Landingpage beantwortet werden sollen.
Schritt 3: Ziel der Seite definieren
Bestimmen Sie, welche Fragen potenzielle Kunden nach dem Besuch der Seite geklärt haben sollen.
Das kann beispielsweise bedeuten:
- Das Produkt und seinen Einsatzbereich einordnen
- Einen Anwendungsfall mit der eigenen Situation vergleichen
- Funktionsweise und Prozesswirkung verstehen
- Integrationsmöglichkeiten prüfen
- Technische oder organisatorische Voraussetzungen einordnen
- Nachweise und Projekterfahrung bewerten
- Eine Demo oder Beratung anfragen
Aus den ersten drei Schritten entsteht ein Arbeitsprofil für die Landingpage:
Angebot → Einstiegssituation und Entscheidungsrollen → Ziel der weiteren Bewertung
Dieses Profil bildet die Grundlage für Auswahl, Gewichtung und Reihenfolge der Inhalte.
Schritt 4: Inhalte argumentativ verbinden
Nehmen Sie die zentralen Funktionen Ihrer Software auf und führen Sie jede relevante Funktion von der technischen Eigenschaft über ihre Anwendung bis zur fachlichen oder geschäftlichen Bedeutung weiter.
Nutzen Sie dafür folgende Argumentationslogik:
Funktion → Anwendung → Prozesswirkung → geschäftliche Bedeutung
Fragen Sie bei jeder Funktion:
- Was kann die Software technisch?
- In welchem Arbeitsschritt oder Prozess wird die Funktion eingesetzt?
- Welche Aufgabe unterstützt oder automatisiert sie?
- Was verändert sich dadurch im Ablauf?
- Welche fachliche oder geschäftliche Bedeutung ergibt sich daraus?
Bei einer Workflow-Funktion kann das beispielsweise bedeuten, festzuhalten, welche Freigabeschritte automatisiert werden, welche Rollen daran beteiligt sind und wie sich dadurch Bearbeitungszeiten oder Verantwortlichkeiten verändern.
So entsteht aus einer technischen Funktion eine Argumentationskette, die anschließend passend auf der Landingpage ausgearbeitet werden kann.
Schritt 5: Seitenelemente und Detailtiefe bestimmen
Ordnen Sie den zentralen Informationsfragen die Seitenelemente zu, die den jeweiligen Zusammenhang am besten vermitteln.
Die Leitfrage lautet:
Welche Aussage soll verständlich werden – und welches Format eignet sich dafür am besten?
| Informationsaufgabe | Mögliche Seitenelemente |
|---|---|
| Relevanz herstellen | Hero, Anwendungskontext, Angebotsbeschreibung |
| Funktionsweise erklären | Produktdarstellung, Screenshots, Prozessgrafik, Feature-Bereiche |
| Nutzen konkretisieren | Anwendungsfälle, Prozesswirkungen, Ergebnisse, Nutzenargumentation |
| Eignung prüfbar machen | Integrationen, technische Voraussetzungen, Security, Implementierung |
| Aussagen belegen | Case Studies, Kundenreferenzen, Zertifizierungen, dokumentierte Nachweise |
| Bewertung weiterführen | Demo, Dokumentation, Case Study, Produktdetails, Kontakt-CTA |
Bestimmen Sie anschließend, wie tief das jeweilige Thema auf der Landingpage behandelt werden muss. Dafür lassen sich drei Ebenen unterscheiden:
Orientierung auf der Landingpage
Vermitteln Sie die zentrale Aussage so weit, dass potenzielle Kunden Angebot, Einsatzbereich und grundlegende Anforderungen einordnen können.
Vertiefung innerhalb der Seite
Führen Sie besonders wichtige Aspekte beispielsweise über Screenshots, Anwendungsfälle, Integrationsübersichten, Prozessdarstellungen oder Angaben zu Implementierung und Security weiter aus.
Weiterführende Fachinformation
Verknüpfen Sie detaillierte Evaluationsfragen mit spezialisierten Inhalten wie Integrationsseiten, API-Dokumentation, Security-Bereichen, technischen Dokumentationen oder ausführlichen Case Studies.
Jedes Thema erhält damit genau die Tiefe, die für seine Einordnung und weitere Bewertung erforderlich ist.
Schritt 6: Informationsfolge aufbauen und prüfen
Prüfen Sie die fertige Seitenstruktur als zusammenhängenden Ablauf.
Gehen Sie dafür Abschnitt für Abschnitt durch:
- Welche Frage beantwortet der jeweilige Bereich?
- Welche Kernaussage soll danach klar sein?
- Welcher Beleg oder welche Vertiefung wird an dieser Stelle benötigt?
- Welche Frage ergibt sich daraus als Nächstes?
Achten Sie darauf, dass die einzelnen Bereiche inhaltlich aufeinander aufbauen und keine wichtigen Sprünge in der Informationsführung entstehen.
Passen Sie die Reihenfolge dort an, wo Themen zu früh erscheinen, notwendige Grundlagen fehlen oder eine Vertiefung besser an einer späteren Stelle anschließt.
So entsteht eine Informationsfolge, in der potenzielle Kunden das Angebot schrittweise einordnen, zentrale Aspekte vertiefen und die für ihre weitere Bewertung relevanten Inhalte erfassen können.
Häufige Fragen zu B2B-SaaS-Landingpages
Wie unterscheidet sich eine SaaS-Landingpage von einer Produktseite?
Landingpage und Produktseite können ähnliche Inhalte enthalten, übernehmen jedoch unterschiedliche Aufgaben innerhalb einer Softwarewebsite.
Eine Landingpage ist häufig auf einen klar definierten Einstieg, Anwendungsfall oder Kampagnenkontext ausgerichtet und priorisiert die dafür relevanten Themen.
Eine zentrale Produktseite bildet das Softwareangebot umfassender ab und führt zu zusätzlichen Bereichen wie Funktionen, Anwendungsfällen, Integrationen, Sicherheit, Implementierung oder Support.
Entscheidend ist die konkrete Funktion der Seite innerhalb der Informations- und Nutzerführung.
Welche technischen Informationen gehören direkt auf eine B2B-SaaS-Landingpage?
Direkt auf die Landingpage gehören technische Informationen, die für die grundsätzliche Bewertung der Lösung erforderlich sind.
Dazu können je nach Angebot Integrationen, technologische Voraussetzungen, Sicherheit, Datenschutz, Implementierung, Betrieb oder Skalierbarkeit zählen.
Detaillierte Spezifikationen oder Schnittstellen- und Security-Dokumentationen müssen dagegen nicht vollständig auf der Landingpage stehen. Entscheidend ist, dass zentrale Anforderungen eingeordnet werden und die passende fachliche Vertiefung direkt erreichbar ist.
Muss eine SaaS-Landingpage direkt zu einer Demo oder Kontaktanfrage führen?
Der passende nächste Schritt hängt vom Informationsstand der Interessenten ab.
Bei ausreichender Orientierung kann eine Demo, Beratung oder Kontaktaufnahme sinnvoll sein. Zu einem früheren Zeitpunkt im Entscheidungsprozess können zunächst ein Anwendungsfall, Integrationsinformationen, eine Case Study, Produktdetails oder technische Dokumentation die weitere Prüfung unterstützen.
CTAs und weiterführende Links sollten deshalb den jeweils passenden Informations- oder Handlungsschritt ermöglichen.
Sie möchten eine B2B-SaaS-Landingpage entwickeln oder bestehende Inhalte neu strukturieren?
Schildern Sie kurz, um welche Software oder Lösung es geht, welche Inhalte bereits vorliegen und welche Fragen potenzielle Kunden auf der Landingpage klären sollen.
Sie erhalten eine erste Einschätzung dazu, wie sich die vorhandenen Informationen für die Landingpage strukturieren lassen und welcher Leistungsumfang für Konzeption und redaktionelle Ausarbeitung sinnvoll ist.




